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Reszel
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Reszel (, deutsch RĂ¶ĂŸel) ist eine Kleinstadt im Powiat KętrzyƄski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit 6637 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).

Contents

‱ Geschichte
‱ Demographie
‱ Kirche
‱ Bildung
‱ Gemeinde
‱ Verkehr
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographische Lage

Die Stadt liegt im historischen Ermland, am Nordhang des Baltischen HöhenrĂŒckens, rechts der Zaine, nicht weit von den sich östlich erstreckenden Großen Masurischen Seen, etwa 55 Kilometer nordöstlich von Olsztyn (Allenstein).

Das Stadtgebiet befindet sich ĂŒber den SteilhĂ€ngen des Ufers der Sajna (Zaine), einem kleinen Fluss, der in nordwestlicher Richtung an der Stadt vorbeifließt.

Geschichte

Stadtgeschichte

1241 wurde an der Stelle der heutigen Stadt, deren Name pruzzischer Herkunft ist, eine hölzerne Wehranlage der Ritter des Deutschen Ordens errichtet, die den wichtigen Handelsweg vom Frischen Haff ĂŒber Heilsberg nach Polen schĂŒtzen sollte. WĂ€hrend der PruzzenaufstĂ€nde wurde die Anlage in den Jahren 1242 und 1262 zerstört. Nach der Niederschlagung der AufstĂ€nde wurde 1273 eine feste Burg errichtet, die danach dem ermlĂ€ndischen FĂŒrstbischof als StĂŒtzpunkt diente. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts begann unter der Leitung des Lokators Elerus von Braunsberg die Besiedlung des Burgvorlandes, hauptsĂ€chlich durch Braunsberger Einwohner. 1337 hatte sich die Ansiedlung so gefestigt, dass ihr unter dem Namen RĂ¶ĂŸel das Stadtrecht verliehen werden konnte. Die Burg wurde 1347 von den litauischen GroßfĂŒrsten eingenommen und erneut zerstört. Unter den Bischöfen Johann von Meißen und Johann Stryprock wurde in den Jahren von 1350 bis etwa 1371 eine neue, heute noch vorhandene Burganlage errichtet.

1347 hatten sich Augustinermönche niedergelassen, die in der NĂ€he der Burg ein kleines Kloster und die Johanniskirche errichteten. 1353 ging die Stadt in das Eigentum der Bischöfe von Ermland ĂŒber. Von 1373 bis 1401 wurde eine Stadtmauer mit WehrtĂŒrmen errichtet. Am sĂŒdlichen Rand der Stadt entstand in den Jahren von 1360 bis 1381 eine dreischiffige Hallenkirche, die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul. 1440 wurde die Stadt an den Deutschen Orden verpfĂ€ndet. 66 Jahre spĂ€ter befand sich RĂ¶ĂŸel wieder unter ermlĂ€ndischer Obrigkeit und kam damit zu Polen, zum so genannten „Königlichen Preußen“. 1520 ĂŒbergab Sigismund I. die Burg an tschechische Söldner, die von dort aus die Umgebung plĂŒnderten. WĂ€hrend des „Reiterkrieges“, der letzten militĂ€rischen Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Orden und Polen, war RĂ¶ĂŸel von 1520 bis 1521 ein polnischer MilitĂ€rstĂŒtzpunkt, von welchem aus Angriffe gestartet wurden.

WĂ€hrend des 16. Jahrhunderts entwickelte sich in RĂ¶ĂŸel das Handwerk. Vor allem RĂŒstungen und Waffen wurden hergestellt. SpĂ€ter kamen Kunsttischler und Goldschmiede hinzu, deren Fertigkeiten ĂŒber die Stadt hinaus geschĂ€tzt wurden. 1632 ĂŒbernahmen Jesuiten das seit ĂŒber hundert Jahren verlassene Augustinerkloster und richteten dort ein Kolleg ein, das in den ersten Jahren 15 SchĂŒler kostenlos unterrichtete. Aus ihm entwickelte sich spĂ€ter ein staatliches Gymnasium. 1656 und 1704 wurde RĂ¶ĂŸel von den Schweden besetzt und war 1772 mit etwa 3030 Einwohnern nach Braunsberg und Heilsberg (polnisch Lidzbark) die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt im Ermland, noch grĂ¶ĂŸer als Allenstein (1770 Einwohner). Im selben Jahr kam RĂ¶ĂŸel im Ergebnis der ersten Teilung Polens zusammen mit dem gesamten FĂŒrstbistum Ermland zum preußischen Staat. Die vom Bistum aufgegebene Burg wurde 1780 zu einem Zuchthaus umgebaut.

Am 27. und 28. Mai 1806 wurde die Stadt durch einen großen Brand zerstört, in dessen Folge sie fast ganz neu aufgebaut werden musste. Erst 1816 waren das Rathaus und 1817 die Pfarrkirche wiederhergestellt. Die ebenfalls zerstörte Burg ĂŒberließ der preußische König Friedrich Wilhelm III. der evangelischen Gemeinde, die sich dort nach PlĂ€nen von Karl Friedrich Schinkel eine Kirche und Wohnungen fĂŒr Pfarrer und Kantor errichtete. Insgesamt dauerte der Wiederaufbau der Stadt bis 1840. Den Brand lastete man ungerechtfertigterweise der Magd Barbara Zdunk an, die ihn durch Zauberkraft entfacht haben sollte. Von 1818 bis 1862 befand sich das Landratsamt des Kreises RĂ¶ĂŸel in der Stadt, danach wurde es nach Bischofsburg verlegt, da der neue Landrat sein Gut in dessen NĂ€he hatte. Im Rahmen des um 1850 beginnenden Ausbaus des Straßennetzes in der Region wurde RĂ¶ĂŸel an die spĂ€tere Reichsstraße 141 angeschlossen, die sie mit Rastenburg und Bischofsburg verband.

Das Land- und Stadtgericht RĂ¶ĂŸel wurde 1824 aus dem Stadtgericht RĂ¶ĂŸel, dem Stadtgericht Bischofstein und dem Justizamt RĂ¶ĂŸel gebildet. 1849 wurden in Preußen die Patrimonialgerichte abgeschafft und das Kreisgericht Rössel gebildet. Dieses wurde 1879 durch das Amtsgericht RĂ¶ĂŸel abgelöst.

Das Wirtschaftsleben wurde durch Webkammherstellung, Landmaschinenbau, durch eine Eisengießerei und zwei MĂŒhlen geprĂ€gt. Erst 1908 wurde RĂ¶ĂŸel als zweitletzte Stadt Ostpreußens durch die Bahnlinie Heilsberg—Rastenburg an das Schienennetz angeschlossen. WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges hatten Hindenburg und Ludendorff vom 7. bis 11. September 1914 ihr Generalstabsquartier in der Taubstummenanstalt von RĂ¶ĂŸel eingerichtet und leiteten von dort aus die Schlacht an den masurischen Seen.

Nach dem Ersten Weltkrieg fand aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 11. Juli 1920 in der Stadt eine Volksabstimmung ĂŒber die zukĂŒnftige staatliche Zugehörigkeit RĂ¶ĂŸels statt. Zur Wahl standen der Verbleib in Deutschland oder der Anschluss an Polen. In RĂ¶ĂŸel, das zum Abstimmungsgebiet Allenstein gehörte, stimmten 3260 Einwohner fĂŒr Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme.cite-ref-1[1] Im Landkreis stimmten 97,90 % der Bevölkerung fĂŒr den Verbleib bei Deutschland.cite-ref-97-90-2-0[2]

Im Jahr 1945 war die Stadt RĂ¶ĂŸel Verwaltungssitz des Landkreises RĂ¶ĂŸel im Regierungsbezirk Allenstein der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 29. Januar 1945 die Rote Armee RĂ¶ĂŸel ohne grĂ¶ĂŸere Kampfhandlungen.cite-ref-3[3] Da die Einwohner nicht evakuiert worden waren, wurden viele von ihnen Opfer gewalttĂ€tiger Übergriffe durch die sowjetischen Soldaten. Der Stadt blieb im Gegensatz zu den meisten anderen StĂ€dten in Ostpreußen eine flĂ€chendeckende Zerstörung erspart. Bald nach Einstellung der Kampfhandlungen wurde die Stadt seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung ĂŒberlassen. Es begann danach der Zuzug polnischer Zivilisten. Die einheimische Bevölkerung wurde mit wenigen Ausnahme, zu denen auch das Krankenhauspersonal zĂ€hlte, am 10. Februar 1945 grĂ¶ĂŸtenteils aus der Stadt vertrieben. Etwa 250 Einwohner gehören dem Verband der deutschen Minderheit an.

Demographie

| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | 3065 | einschließlich der VorstĂ€dte, ohne die Garnison (ein Bataillon Infanterie) [ 4 ] |
| 1802 | 2399 | [ 5 ] |
| 1810 | 1557 | [ 5 ] |
| 1816 | 2115 | davon 429 Evangelische, 1658 Katholiken und 28 Juden [ 5 ] |
| 1821 | 2095 | [ 5 ] |
| 1831 | 2708 | Deutsche [ 6 ] |
| 1875 | 3557 | [ 7 ] |
| 1880 | 3590 | [ 7 ] |
| 1890 | 3474 | davon 987 Evangelische, 2397 Katholiken und 90 Juden [ 7 ] |
| 1910 | 4457 | [ 8 ] [ 9 ] |
| 1933 | 4766 | [ 7 ] |
| 1939 | 5045 | [ 7 ] |
| 2016 | 4676 | [ 10 ] |

Kirche

Bereits in der Ordenszeit wurde – etwa um 1331 – in RĂ¶ĂŸel eine Kirche gegrĂŒndet.cite-ref-wiki1-11-0[11] Im Jahre 1337 wurde die Kirche in der Stadthandfeste mit sechs Hufen als Dotation bedacht. Aus vorreformatorischer Zeit sind außerdem die Namen einzelner Geistlicher bekanntcite-ref-wiki1-11-1[11], die an der Kirche amtierten:

‱ Johannes, 1337–1340
‱ Ambrosius, 1349
‱ Andreas von Grothaus, 1387–1389
‱ Andreas Lumpe, 1455
‱ Casper Buls, 1455–1461
‱ Albert RĂŒtger, 1481
‱ Georg Wehner, 1481–1486
‱ Johannes Czanow, 1486–1497

Römisch-katholische Kirche

KirchengebÀude

Das noch in der Ordenszeit errichtete KirchengebĂ€ude am sĂŒdlichen Rand der Altstadt errichtete man zwischen 1360 und 1381 als dreischiffige Hallenkirche.cite-ref-ostpreussen518-12-0[12] Nach einem Brand 1474 entstand 1475 der gestaffelte Ostgiebel, und im Innern schuf Niclis Scheunemann 1475/76 die Sterngewölbe. Eine Umgestaltung der Kirche mit Erneuerung und Erhöhung des Turms fand 1484 bis 1503 statt. Am 3. April 1580 weihte der FĂŒrstbischof von Ermland, Martin Cromer, die Kirche zu Ehren der Gottesmutter und der Apostel Petrus und Paulus. 1760/1765 fertigte der Orgelbauer Adam Gottlob Casparini (1715–1788) die Orgel an. Bei einer Feuersbrunst brannte 1806 die Kirche zum großen Teil aus, der Wiederaufbau erfolgte bis 1817, die Weihe nahm Weihbischof Andreas Stanislaus von Hatten vor. 1837 erhielt der Turm eine Laterne.

Nach dem großen Brand erhielt die Kirche eine Erneuerung der Ausstattung im Stil der Zeit.cite-ref-ostpreussen518-12-1[12] Es entstand der Hochaltar von Wilhelm Biereichel (1820–1822) mit Bildern und Figuren aus dem Jahr 1821 u. a. von Anton Johann Blank, Isaak Riga und Christoph Peucker, und neben einem Taufbecken von Biereichel zwei barocke BeichtstĂŒhle sowie klassizistisches GestĂŒhl.

Pfarrgemeinde

Die Pfarrei in Reszel gehört heute zum Dekanat RĂ¶ĂŸel im Erzbistum Ermland in der polnischen römisch-katholischen Kirche. Die aus der Zeit vor 1945 erhaltenen KirchenbĂŒcher werden hier verwahrt und fortgefĂŒhrt:

‱ Taufen: 1579 bis 1640, 1654 bis 1667, 1681 bis 1785, 1929 bis 1944
‱ Trauungen: 1603 bis 1653, 1698 bis 1796, 1911 bis 1944
‱ BegrĂ€bnisse: 1699 bis 1849, 1932 ff.

Die Zahl der vor 1945 mehr als fĂŒnfzig Pfarreiorte konnte inzwischen dank der Errichtung neuer Pfarrgemeinden erheblich verringert werden, gleichwohl ist die Zahl der Gemeindeglieder deutlich gestiegen.

Dekanat

Reszel ist wie auch schon vor 1945 Sitz eines Dekanats, das jetzt dem Erzbistum Ermland zugeordnet ist. Zum Dekanatsbezirk gehören zehn Pfarreien:

| Ortsname | Deutscher Name | | Ortsname | Deutscher Name |
|---|---|---|---|---|
| Bisztynek | Bischofstein | | Leginy | Legienen |
| Drogosze | DönhofstĂ€dt mit Groß Wolfsdorf | | Paluzy | Plausen |
| Grzęda | SturmhĂŒbel | | Reszel | RĂ¶ĂŸel |
| Korsze mit Parys | Korschen mit Paaris | | Sątopy | Santoppen |
| Ɓankiejmy mit Kraskowo | Langheim mit Schönfließ | | Unikowo | Glockstein |

Vor 1945 gehörten DönhofstĂ€dt und Langheim nicht zum Dekanatsbezirk, dafĂŒr jedoch die Pfarreiencite-ref-13[13] in Groß Köllen (heute polnisch Kolno), Heiligelinde (Úwięta Lipka), Schellen (Ryn Reszelski) und Wilkendorf (Wilkowo).

Griechisch-katholische Kirche

In Reszel gibt es eine Pfarrei der griechisch-katholischen Kirche mit byzantinischer Tradition. Die Kirche ist die frĂŒhere Heilig-Kreuz-Kirche des Jesuitenklosters. Sie trĂ€gt seit 1963 den Namen „VerklĂ€rung des Herrn“ (polnisch Cerkiew greckokatolicka pw. Przemienienia PaƄskiego) und ist der Erzeparchie Przemyƛl-Warschau zugeordnet.

Evangelische Kirche

KirchengebÀude

In den Jahren 1822 bis 1823 wurde der SĂŒdflĂŒgel der ehemaligen Burg der ermlĂ€ndischen Bischöfe nach den PlĂ€nen von Karl Friedrich Schinkel zur evangelischen Kirche umgestaltet.cite-ref-14[14] Die Einweihung fand am 18. Oktober 1823 statt. Der Turm befand sich ĂŒber dem zum Schlosshof fĂŒhrenden Portal an der Westseite. Die Glocken stammten aus dem Jahr 1869. Heute ist in der Kirche eine Galerie fĂŒr moderne Kunst untergebracht.cite-ref-ostpreussen517-15-0[15]

Kirchengemeinde

Eine evangelische Kirchengemeinde in RĂ¶ĂŸel wurde 1821 unter König Friedrich Wilhelm III. gegrĂŒndet.cite-ref-hubatsch3-16-0[16] Davor waren die Kirchenglieder in RĂ¶ĂŸel nach BĂ€slack (polnisch BezƂawki), Langheim (Ɓankiejmy) und Gudnick (Gudniki) ausgerichtet oder wurden durch Feldprediger versorgt.cite-ref-moeller-17-0[17] In RĂ¶ĂŸel wurde eine 1821 eine Pfarrstelle eingerichtet, deren Inhaber in den im OstflĂŒgel der Burg angelegten PfarrrĂ€umen wohnten.cite-ref-ostpreussen517-15-1[15]

Bis 1945 gehörte das Kirchspiel RĂ¶ĂŸel, das im Jahre 1925 insgesamt 1660 Gemeindeglieder zĂ€hlte, zum Superintendenturbezirk Allenstein (polnisch Olsztyn) innerhalb des Kirchenkreises Ermland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.cite-ref-hubatsch3-16-1[16] Der Pfarrei zugeordnet war seit 1903 eine Kapelle in Bischdorf (Sątopy-Samulewo).

Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung trugen zum Erlöschen der evangelischen Kirche in RĂ¶ĂŸel bei. Die hier lebenden Kirchenglieder gehören jetzt zur Johanneskirchengemeinde in Kętrzyn (Rastenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Kirchspielorte (bis 1945)

Zum evangelischen Kirchspiel RĂ¶ĂŸel gehörten bis 1945 neben dem Pfarrort die Dörfer, Ortschaften bzw. WohnplĂ€tzecite-ref-hubatsch3-16-2[16]cite-ref-18[18]:

| Deutscher Name | Polnischer Name | | Deutscher Name | Polnischer Name | | Deutscher Name | Polnischer Name |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Annahof | Mojkowo | | Labendzowo 1932–1945 Schwanau | Ɓabędziewo | | Rosenorth | Koprzywnik |
| Atkamp | Kępa Tolnicka | | Legienen | Leginy | | Samlack | SamƂawki |
| * Bischdorf | Sątopy-Samulewo | | Lindenberg | Lipowa Góra | | Santoppen | Sątopy |
| BurgmĂŒhle | Grodzki MƂyn | | Lindenthalkrug | Karczmarka | | Schwarzenberg | Carnowiec |
| Damerauwald | Dębnik | | Molditten | MoƂdyty | | Schwedhöfen | ÚwidĂłwka |
| Groß Köllen | Kolno | | Niederhof | Nisko | | Siegmundsberg | Zygmuntowo |
| Groß Mönsdorf | Mnichowo | | Plönhöfen | Plenowo | | Soweiden | Zawidy |
| Hohenthal | Wysoczka | | PlĂ¶ĂŸen | Pleƛno | | Tollnigk | Tolniki MaƂe |
| Kabienen | Kabiny | | PlĂ¶ĂŸenhof | Pleƛnik | | Tarniny | Tornienen |
| Kattmedien | KocibĂłrz | | Quadrillen | Jarostowo | | * Truchsen | Troksy |
| Klawsdorf | Klewno | | Ramten | Ramty | | Waldau | WaƂdowo |
| Klein Mönsdorf | MnichĂłwko | | Rheindorfshof | WĂłlka RyƄska | | Weißensee | Biel |
| Komienen | Kominki | | Robawen 1938–1945 Robaben | Robawy | | * Worplack | WorpƂawki |

Pfarrer

An der Burgkirche in RĂ¶ĂŸel amtierten bis 1945 die Geistlichencite-ref-moeller-17-1[17]:

‱ Christian G. Presting, 1821–1842
‱ Johann Friedrich RĂŒbsamen, 1842–1854
‱ Anton Ludwig Lehmann, 1854–1868
‱ Friedrich Wilhelm Emil Pauly, 1868–1888
‱ August Borrmann, 1888–1903
‱ Hans Boretius, 1903
‱ Oskar Heinrich Raffel, 1903–1907
‱ Johann Otto Guseck, 1907–1917
‱ Bernhard Teicke, 1918–1928
‱ Max Mehlfeld, 1928–1932
‱ Gerhard Ebel, 1932–1945
‱ Edgard Tietz, bis 1945

StÀdtepartnerschaften

‱ Jaschuny, Litauen
‱ Jemnice, Tschechien
‱ Legden, Deutschland
‱ Raabs an der Thaya, Österreich

SehenswĂŒrdigkeiten

‱ Altstadt, die zu den am besten erhaltenen der Region zĂ€hlt
‱ Katholische Kirche St. Peter und Paul (Ursprung 14. Jahrhundert)
‱ Jesuitenkollegium (17. Jahrhundert, spĂ€ter erweitert)
‱ Burg RĂ¶ĂŸel, ehemalige Bischofsburg, 1350 bis 1401 im Stil der Backsteingotik errichtet, teilweise öffentlich zugĂ€nglich, teilweise Hotel
‱ Rathaus (19. Jahrhundert)
‱ Kloster (18. Jahrhundert)
‱ Kirche Johannes des TĂ€ufers (18. Jahrhundert)

Bildung

In Rössel befand sich im 20. Jahrhundert u. a. auch die „Königliche PrĂ€parandenanstalt“, die seinerzeit (1905 bis 1911) vom spĂ€teren mehrfachen Weltrekordler im Segelflug, Ferdinand Schulz, besucht wurde.

RĂ¶ĂŸel hatte eine höhere Schule; 1865 wurde das bisherige Progymnasium durch ministerielle VerfĂŒgung in ein Gymnasium umgewandelt.cite-ref-19[19] Die erste AbiturientenprĂŒfung fand 1867 statt.cite-ref-20[20] Als Gymnasialstadt kam RĂ¶ĂŸel – so wie heute auch Reszel – eine besondere Bedeutung zu. Absolventen des RĂ¶ĂŸeler Gymnasiums waren u. a.:

| Name, Lebensdaten | Beruf, Position, TĂ€tigkeit | Gymnasialzeit in RĂ¶ĂŸel |
|---|---|---|
| Otto Friedrich von der Groeben (1657–1728) | Soldat, Forschungsreisender | 1666 bis 1673 |
| Heinrich Wilhelm von der Groeben (1657–1729) | MilitĂ€r | 1660er/1670er Jahre |
| Georg Heinrich Sappuhn (1659–1721) | evangelischer Theologe | 1660er/1670er Jahre |
| Karl Gottfried von Knobloch (1697–1764) | Generalmajor, Ritter des Pour le MĂ©rite | bis 1713 |
| Anton Eichhorn (1809–1869) | römisch-katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Kirchenrechtler | 1821 bis 1825 |
| Johann Hirschberg (1847–1910) | römisch-katholischer Pfarrer | 1858 bis 1867 |
| Valentin Barczewski (1856–1928) | römisch-katholischer Pfarrer, Mitglied des Provinziallandtags | 1870er Jahre |
| Kunibert Krix (1867–1931) | römisch-katholischer Pfarrer, Mitglied des Reichstags | bis 1887 |
| Wilhelm Ebel (1908–1980) | Rechtshistoriker | bis 1927 |
| Gerhard Fittkau (1912–2004) | römisch-katholischer Theologe, Buchautor, Publizist | 1910er/1920er Jahre |

Gemeinde

Die Stadt-und-Land-Gemeinde Reszel umfasst die Stadt selbst und 20 Dörfer mit SchulzenĂ€mtern, denen weitere Orte zugeordnet sind. Sie hat eine FlĂ€che von 179,2 kmÂČ, von der 71 % land- und 14 % forstwirtschaftlich genutzt werden.

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Hauptartikel

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Gmina Reszel

Kirche

In der Stadt- und Landgemeinde Reszel gibt es keine evangelische Kirchengemeinde, wohl aber eine griechisch-katholische Pfarrei (Reszel) sowie drei römisch-katholische Pfarreien (Reszel, Leginy und Úwięta Lipka). Reszel ist außerdem römisch-katholischer Dekanatssitz innerhalb des Erzbistums Ermland.

Verkehr

Durch das Gebiet der Gmina Reszel verlaufen vier Woiwodschaftsstraßen:

‱ die DW 590 in Nord-SĂŒd-Richtung (Barciany–Korsze–Reszel–Biskupiec, TeilstĂŒck der einstigen Reichsstraße 141),
‱ die DW 593 im westlichen Gemeindegebiet (MiƂakowo–Dobre Miasto–Jeziorany → Reszel),
‱ die DW 594 in West-Ost-Richtung (Bisztynek–Reszel–ƚwięta Lipka–Kętrzyn),
‱ die DW 596 im sĂŒdwestlichen Gemeindegebiet (Biskupiec–Bęsia–Kabiny → Mnichowo).

Im Übrigen sind die Orte und Ortschaften der Gmina Reszel durch Nebenstraßen und Landwege gut vernetzt.

Der nĂ€chste internationale Flughafen ist Danzig. FĂŒr Einheimische kann auch Kaliningrad im ehemaligen Königsberg eine Option sein. Seit 2016 gibt es den Regionalflughafen Olsztyn-Mazury bei Olsztyn.

Noch bis in das beginnende 20. Jahrhundert hinein gab es im Gebiet der heutigen Gmina Reszel keine Anbindung an das Schienennetz. Das Ă€nderte sich erst im Jahre 1908, als die Bahnstrecke Bischdorf–NeumĂŒhl (polnisch Sątopy-Samulewo–Nowy MƂyn) gebaut wurde.cite-ref-21[21] Sie stellte den Anschluss an die Bahnstrecke Thorn–Insterburg in Bischdorf (polnisch Sątopy-Samulewo) und an die Bahnstrecke Bialystok–Preußisch Eylau bei Nowy MƂyn her. Bahnstationen waren die im heutigen Gemeindegebiet liegenden Orte Klewno (Klawsdorf), Pieckowo (Pötschendorf) und die Stadt Reszel (RĂ¶ĂŸel).cite-ref-22[22]

Im Jahre 1945 wurde der Teilabschnitt RĂ¶ĂŸel–NeumĂŒhl kriegsbedingt geschlossen und demontiert sowie 1989 der Streckenabschnitt Sątopy-Samulewo–Reszel fĂŒr den Personenverkehr und 1995 auch fĂŒr den GĂŒterverkehr stillgelegt. Zwischen 2003 und 2006 versuchte man eine Reaktivierung, entschied sich jedoch im Juli 2006 fĂŒr die Schließung der Strecke und die Demontage der Anlagen. Somit ist die Gmina Reszel heute vom Schienennetz abgekoppelt.

Persönlichkeiten

Geboren RĂ¶ĂŸel / Reszel

‱ Jodokus Willich (1501–1552), Mediziner
‱ Albrecht Siegmund von Seeguth-StanisƂawski (1688–1768), sĂ€chsisch-preußischer Staatsmann
‱ Julius Dinder (1830–1890), einziger deutschstĂ€mmiger Erzbischof von Gnesen-Posen
‱ Bernhard Presting (1831–1908), ReligionspĂ€dagoge
‱ Josef Fisahn (1850–1898), deutscher liberaler Redakteur und Politiker
‱ Richard Hilbert (1852–1918), deutscher Augenarzt, MilitĂ€rarzt und Naturforscher
‱ Ernst Klapp (1875–1955), deutscher Jurist und Landrat
‱ Kurt Matern (1884–1968), Architekt und Kunstmaler
‱ Martin A. Borrmann (1895–1974), Schriftsteller
‱ Gerhard Witt (1912–1945), römisch-katholischer Geistlicher und MĂ€rtyrer
‱ Karol Zalewski (* 1993), polnischer Sprinter

Mit dem Ort verbunden

‱ Christoph Peucker (1662–1735), Bildhauer und Kunstschreiner, verstarb 1735 in RĂ¶ĂŸel
‱ Johann Christian Schmidt (1701–1759), Bildhauer, war ab den 1720er Jahren in RĂ¶ĂŸel tĂ€tig und verstarb hier am 18. Mai 1759
‱ Barbara Zdunk (1769–1811), vermeintliche Brandstifterin und Hexe, wurde in RĂ¶ĂŸel zum Tode verurteilt
‱ August Uedinck (1811–1868), Richter, Mitglied des Reichstages, war ab 1861 Kreisgerichtsdirektor in RĂ¶ĂŸel
‱ Rudolph Borowski (1812–1890), katholischer Pfarrer, Politiker, Mitglied des Reichstages, war von 1852 bis 1867 Erzpriester in RĂ¶ĂŸel
‱ Hans Dammann (1867–1942), Bildhauer, schuf das Kriegerdenkmal 1914/18 in RĂ¶ĂŸel
‱ Georg Matern (1870–1938), katholischer Geistlicher, Heimatforscher, Erzpriester in RĂ¶ĂŸel 1916–1936
‱ Teodor Majkowicz (1932–1998), polnischer ukrainisch-griechisch-katholischer Theologe, Bischof der Eparchie Breslau-Danzig, war von 1956 bis 1959 Schulleiter und Krankenhausseelsorger in Reszel.
‱ Ferdinand Schulz, 1892–1929, mehrfacher Weltrekordler im Segelflugsport, war 1905–1911 SchĂŒler der Königlichen PrĂ€parandenanstalt

Literatur

‱ RĂ¶ĂŸel, Stadt, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz Ostpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von RĂ¶ĂŸel (meyersgaz.org).
‱ Johann Friedrich Goldbeck: VolstĂ€ndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 22.
‱ August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch fĂŒr die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie fĂŒr alle Freunde des Vaterlandes. GebrĂŒder BorntrĂ€ger, Königsberg 1835, S. 509–102, Nr. 102.
‱ Jacob Aloys Lilienthal: Die Erweiterung des Kgl. Progymnasiums zu Rössel zu einem Gymnasium. In: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands. FĂŒnfter Band. 13.–16. Heft. Jahrgang 1870, 1871, 1873, 1874, Verlag Eduard Peter, Braunsberg und Leipzig 1874, S. 495–509 (Google Books).
‱ Erwin Poschmann, Der Kreis RĂ¶ĂŸel, ein ostpreußisches Heimatbuch, herausgegeben vom Heimatbund des Kreises RĂ¶ĂŸel, 3. Auflage, Kaltenkirchen/Holstein 1991

Weblinks

Commons

: Reszel

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Stadt (polnisch)
‱ Website ĂŒber Reszel (polnisch)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung fĂŒr Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 115
cite-note-97-90-22. ↑ Erwin Poschmann: Der Kreis RĂ¶ĂŸel. Ein ostpreußisches Heimatbuch. 3. Auflage. Heimatbund des Kreises RĂ¶ĂŸel, Kaltenkirchen/Holstein 1991
cite-note-33. ↑ GĂŒnter Böddeker: Die FlĂŒchtlinge. Die Vertreibung der Deutschen im Osten. 3. Auflage. Berlin/Wien 1997, S. 43.
cite-note-41. Johann Friedrich Goldbeck: VolstÀndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 22.
cite-note-aam-52. Alexander August MĂŒtzell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 362–363, Ziffer 596.
cite-note-63. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch fĂŒr die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie fĂŒr alle Freunde des Vaterlandes. GebrĂŒder BorntrĂ€ger, Königsberg 1835, S. 509–102, Nr. 102.
cite-note-mr-74. Michael Rademacher: Ostpreußen – Kreis Rössel. Online-Material zur Dissertation, OsnabrĂŒck 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
cite-note-meyers-gaz-85. RĂ¶ĂŸel, Stadt, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz Ostpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von RĂ¶ĂŸel (meyersgaz.org).
cite-note-96. Landkreis Rössel, in: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 (U. Schubert, 17.09.2022).
cite-note-107. Reszel w liczbach
cite-note-wiki1-1111. ↑ RĂ¶ĂŸel, St. Peter und Paul, bei GenWiki
cite-note-ostpreussen518-1212. ↑ Pfarrkirche St. Peter und Paul bei ostpreussen.net
cite-note-1313. ↑ Dekanat RĂ¶ĂŸel bei GenWiki
cite-note-1414. ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 118, Abb. 535
cite-note-ostpreussen517-1515. ↑ Die Burg bei ostpreussen.net
cite-note-hubatsch3-1616. ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 490
cite-note-moeller-1717. ↑ Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1968. Hamburg 1968, S. 122
cite-note-1818. ↑ Der * kennzeichnet einen Schulort
cite-note-1919. ↑ Jacob Aloys Lilienthal: Die Erweiterung des Kgl. Progymnasiums zu Rössel zu einem Gymnasium. In: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands. FĂŒnfter Band. 13.–16. Heft. Jahrgang 1870, 1871, 1873, 1874, Verlag Eduard Peter, Braunsberg und Leipzig 1874, S. 495–509 (Google Books).
cite-note-2020. ↑ L. Wiese, Das höhere Schulwesen in Preußen. Historisch-statistische Darstellung, Band II: 1864–1868, Berlin, 1869, S. 94
cite-note-2121. ↑ Bahnstrecke Sątopy Samulewo–Reszel–Nowy MƂyn bei Ogolnopolska Baza Kolejowa
cite-note-2222. ↑ Deutsche Reichsbahn. Oberbetriebsleitung Ost Berlin, Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichsbahn-KursbĂŒcher, Ausgabe vom 21. Januar 1940, Strecke 117m