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Reszel
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Reszel (, deutsch RöĂel) ist eine Kleinstadt im Powiat KÄtrzyĆski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit 6637 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).
Contents
âą Geschichte
âą Stadtgeschichte
âą Demographie
âą Kirche
âą Bildung
âą Gemeinde
âą Verkehr
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geographische Lage
Die Stadt liegt im historischen Ermland, am Nordhang des Baltischen HöhenrĂŒckens, rechts der Zaine, nicht weit von den sich östlich erstreckenden GroĂen Masurischen Seen, etwa 55 Kilometer nordöstlich von Olsztyn (Allenstein).
Das Stadtgebiet befindet sich ĂŒber den SteilhĂ€ngen des Ufers der Sajna (Zaine), einem kleinen Fluss, der in nordwestlicher Richtung an der Stadt vorbeiflieĂt.
Geschichte
Stadtgeschichte
1241 wurde an der Stelle der heutigen Stadt, deren Name pruzzischer Herkunft ist, eine hölzerne Wehranlage der Ritter des Deutschen Ordens errichtet, die den wichtigen Handelsweg vom Frischen Haff ĂŒber Heilsberg nach Polen schĂŒtzen sollte. WĂ€hrend der PruzzenaufstĂ€nde wurde die Anlage in den Jahren 1242 und 1262 zerstört. Nach der Niederschlagung der AufstĂ€nde wurde 1273 eine feste Burg errichtet, die danach dem ermlĂ€ndischen FĂŒrstbischof als StĂŒtzpunkt diente. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts begann unter der Leitung des Lokators Elerus von Braunsberg die Besiedlung des Burgvorlandes, hauptsĂ€chlich durch Braunsberger Einwohner. 1337 hatte sich die Ansiedlung so gefestigt, dass ihr unter dem Namen RöĂel das Stadtrecht verliehen werden konnte. Die Burg wurde 1347 von den litauischen GroĂfĂŒrsten eingenommen und erneut zerstört. Unter den Bischöfen Johann von MeiĂen und Johann Stryprock wurde in den Jahren von 1350 bis etwa 1371 eine neue, heute noch vorhandene Burganlage errichtet.
1347 hatten sich Augustinermönche niedergelassen, die in der NĂ€he der Burg ein kleines Kloster und die Johanniskirche errichteten. 1353 ging die Stadt in das Eigentum der Bischöfe von Ermland ĂŒber. Von 1373 bis 1401 wurde eine Stadtmauer mit WehrtĂŒrmen errichtet. Am sĂŒdlichen Rand der Stadt entstand in den Jahren von 1360 bis 1381 eine dreischiffige Hallenkirche, die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul. 1440 wurde die Stadt an den Deutschen Orden verpfĂ€ndet. 66 Jahre spĂ€ter befand sich RöĂel wieder unter ermlĂ€ndischer Obrigkeit und kam damit zu Polen, zum so genannten âKöniglichen PreuĂenâ. 1520 ĂŒbergab Sigismund I. die Burg an tschechische Söldner, die von dort aus die Umgebung plĂŒnderten. WĂ€hrend des âReiterkriegesâ, der letzten militĂ€rischen Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Orden und Polen, war RöĂel von 1520 bis 1521 ein polnischer MilitĂ€rstĂŒtzpunkt, von welchem aus Angriffe gestartet wurden.
WĂ€hrend des 16. Jahrhunderts entwickelte sich in RöĂel das Handwerk. Vor allem RĂŒstungen und Waffen wurden hergestellt. SpĂ€ter kamen Kunsttischler und Goldschmiede hinzu, deren Fertigkeiten ĂŒber die Stadt hinaus geschĂ€tzt wurden. 1632 ĂŒbernahmen Jesuiten das seit ĂŒber hundert Jahren verlassene Augustinerkloster und richteten dort ein Kolleg ein, das in den ersten Jahren 15 SchĂŒler kostenlos unterrichtete. Aus ihm entwickelte sich spĂ€ter ein staatliches Gymnasium. 1656 und 1704 wurde RöĂel von den Schweden besetzt und war 1772 mit etwa 3030 Einwohnern nach Braunsberg und Heilsberg (polnisch Lidzbark) die drittgröĂte Stadt im Ermland, noch gröĂer als Allenstein (1770 Einwohner). Im selben Jahr kam RöĂel im Ergebnis der ersten Teilung Polens zusammen mit dem gesamten FĂŒrstbistum Ermland zum preuĂischen Staat. Die vom Bistum aufgegebene Burg wurde 1780 zu einem Zuchthaus umgebaut.
Am 27. und 28. Mai 1806 wurde die Stadt durch einen groĂen Brand zerstört, in dessen Folge sie fast ganz neu aufgebaut werden musste. Erst 1816 waren das Rathaus und 1817 die Pfarrkirche wiederhergestellt. Die ebenfalls zerstörte Burg ĂŒberlieĂ der preuĂische König Friedrich Wilhelm III. der evangelischen Gemeinde, die sich dort nach PlĂ€nen von Karl Friedrich Schinkel eine Kirche und Wohnungen fĂŒr Pfarrer und Kantor errichtete. Insgesamt dauerte der Wiederaufbau der Stadt bis 1840. Den Brand lastete man ungerechtfertigterweise der Magd Barbara Zdunk an, die ihn durch Zauberkraft entfacht haben sollte. Von 1818 bis 1862 befand sich das Landratsamt des Kreises RöĂel in der Stadt, danach wurde es nach Bischofsburg verlegt, da der neue Landrat sein Gut in dessen NĂ€he hatte. Im Rahmen des um 1850 beginnenden Ausbaus des StraĂennetzes in der Region wurde RöĂel an die spĂ€tere ReichsstraĂe 141 angeschlossen, die sie mit Rastenburg und Bischofsburg verband.
Das Land- und Stadtgericht RöĂel wurde 1824 aus dem Stadtgericht RöĂel, dem Stadtgericht Bischofstein und dem Justizamt RöĂel gebildet. 1849 wurden in PreuĂen die Patrimonialgerichte abgeschafft und das Kreisgericht Rössel gebildet. Dieses wurde 1879 durch das Amtsgericht RöĂel abgelöst.
Das Wirtschaftsleben wurde durch Webkammherstellung, Landmaschinenbau, durch eine EisengieĂerei und zwei MĂŒhlen geprĂ€gt. Erst 1908 wurde RöĂel als zweitletzte Stadt OstpreuĂens durch die Bahnlinie HeilsbergâRastenburg an das Schienennetz angeschlossen. WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges hatten Hindenburg und Ludendorff vom 7. bis 11. September 1914 ihr Generalstabsquartier in der Taubstummenanstalt von RöĂel eingerichtet und leiteten von dort aus die Schlacht an den masurischen Seen.
Nach dem Ersten Weltkrieg fand aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 11. Juli 1920 in der Stadt eine Volksabstimmung ĂŒber die zukĂŒnftige staatliche Zugehörigkeit RöĂels statt. Zur Wahl standen der Verbleib in Deutschland oder der Anschluss an Polen. In RöĂel, das zum Abstimmungsgebiet Allenstein gehörte, stimmten 3260 Einwohner fĂŒr OstpreuĂen, auf Polen entfiel keine Stimme.cite-ref-1[1] Im Landkreis stimmten 97,90 % der Bevölkerung fĂŒr den Verbleib bei Deutschland.cite-ref-97-90-2-0[2]
Im Jahr 1945 war die Stadt RöĂel Verwaltungssitz des Landkreises RöĂel im Regierungsbezirk Allenstein der Provinz OstpreuĂen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 29. Januar 1945 die Rote Armee RöĂel ohne gröĂere Kampfhandlungen.cite-ref-3[3] Da die Einwohner nicht evakuiert worden waren, wurden viele von ihnen Opfer gewalttĂ€tiger Ăbergriffe durch die sowjetischen Soldaten. Der Stadt blieb im Gegensatz zu den meisten anderen StĂ€dten in OstpreuĂen eine flĂ€chendeckende Zerstörung erspart. Bald nach Einstellung der Kampfhandlungen wurde die Stadt seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung ĂŒberlassen. Es begann danach der Zuzug polnischer Zivilisten. Die einheimische Bevölkerung wurde mit wenigen Ausnahme, zu denen auch das Krankenhauspersonal zĂ€hlte, am 10. Februar 1945 gröĂtenteils aus der Stadt vertrieben. Etwa 250 Einwohner gehören dem Verband der deutschen Minderheit an.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | 3065 | einschlieĂlich der VorstĂ€dte, ohne die Garnison (ein Bataillon Infanterie) [ 4 ] |
| 1802 | 2399 | [ 5 ] |
| 1810 | 1557 | [ 5 ] |
| 1816 | 2115 | davon 429 Evangelische, 1658 Katholiken und 28 Juden [ 5 ] |
| 1821 | 2095 | [ 5 ] |
| 1831 | 2708 | Deutsche [ 6 ] |
| 1875 | 3557 | [ 7 ] |
| 1880 | 3590 | [ 7 ] |
| 1890 | 3474 | davon 987 Evangelische, 2397 Katholiken und 90 Juden [ 7 ] |
| 1910 | 4457 | [ 8 ] [ 9 ] |
| 1933 | 4766 | [ 7 ] |
| 1939 | 5045 | [ 7 ] |
| 2016 | 4676 | [ 10 ] |
Kirche
Bereits in der Ordenszeit wurde â etwa um 1331 â in RöĂel eine Kirche gegrĂŒndet.cite-ref-wiki1-11-0[11] Im Jahre 1337 wurde die Kirche in der Stadthandfeste mit sechs Hufen als Dotation bedacht. Aus vorreformatorischer Zeit sind auĂerdem die Namen einzelner Geistlicher bekanntcite-ref-wiki1-11-1[11], die an der Kirche amtierten:
âą Johannes, 1337â1340
âą Ambrosius, 1349
âą Andreas von Grothaus, 1387â1389
âą Andreas Lumpe, 1455
âą Casper Buls, 1455â1461
âą Albert RĂŒtger, 1481
âą Georg Wehner, 1481â1486
âą Johannes Czanow, 1486â1497
Römisch-katholische Kirche
KirchengebÀude
Das noch in der Ordenszeit errichtete KirchengebĂ€ude am sĂŒdlichen Rand der Altstadt errichtete man zwischen 1360 und 1381 als dreischiffige Hallenkirche.cite-ref-ostpreussen518-12-0[12] Nach einem Brand 1474 entstand 1475 der gestaffelte Ostgiebel, und im Innern schuf Niclis Scheunemann 1475/76 die Sterngewölbe. Eine Umgestaltung der Kirche mit Erneuerung und Erhöhung des Turms fand 1484 bis 1503 statt. Am 3. April 1580 weihte der FĂŒrstbischof von Ermland, Martin Cromer, die Kirche zu Ehren der Gottesmutter und der Apostel Petrus und Paulus. 1760/1765 fertigte der Orgelbauer Adam Gottlob Casparini (1715â1788) die Orgel an. Bei einer Feuersbrunst brannte 1806 die Kirche zum groĂen Teil aus, der Wiederaufbau erfolgte bis 1817, die Weihe nahm Weihbischof Andreas Stanislaus von Hatten vor. 1837 erhielt der Turm eine Laterne.
Nach dem groĂen Brand erhielt die Kirche eine Erneuerung der Ausstattung im Stil der Zeit.cite-ref-ostpreussen518-12-1[12] Es entstand der Hochaltar von Wilhelm Biereichel (1820â1822) mit Bildern und Figuren aus dem Jahr 1821 u. a. von Anton Johann Blank, Isaak Riga und Christoph Peucker, und neben einem Taufbecken von Biereichel zwei barocke BeichtstĂŒhle sowie klassizistisches GestĂŒhl.
Pfarrgemeinde
Die Pfarrei in Reszel gehört heute zum Dekanat RöĂel im Erzbistum Ermland in der polnischen römisch-katholischen Kirche. Die aus der Zeit vor 1945 erhaltenen KirchenbĂŒcher werden hier verwahrt und fortgefĂŒhrt:
âą Taufen: 1579 bis 1640, 1654 bis 1667, 1681 bis 1785, 1929 bis 1944
âą Trauungen: 1603 bis 1653, 1698 bis 1796, 1911 bis 1944
⹠BegrÀbnisse: 1699 bis 1849, 1932 ff.
Die Zahl der vor 1945 mehr als fĂŒnfzig Pfarreiorte konnte inzwischen dank der Errichtung neuer Pfarrgemeinden erheblich verringert werden, gleichwohl ist die Zahl der Gemeindeglieder deutlich gestiegen.
Dekanat
Reszel ist wie auch schon vor 1945 Sitz eines Dekanats, das jetzt dem Erzbistum Ermland zugeordnet ist. Zum Dekanatsbezirk gehören zehn Pfarreien:
| Ortsname | Deutscher Name | | Ortsname | Deutscher Name |
|---|---|---|---|---|
| Bisztynek | Bischofstein | | Leginy | Legienen |
| Drogosze | DönhofstÀdt mit Groà Wolfsdorf | | Paluzy | Plausen |
| GrzÄda | SturmhĂŒbel | | Reszel | RöĂel |
| Korsze mit Parys | Korschen mit Paaris | | SÄ
topy | Santoppen |
| Ćankiejmy mit Kraskowo | Langheim mit SchönflieĂ | | Unikowo | Glockstein |
Vor 1945 gehörten DönhofstĂ€dt und Langheim nicht zum Dekanatsbezirk, dafĂŒr jedoch die Pfarreiencite-ref-13[13] in GroĂ Köllen (heute polnisch Kolno), Heiligelinde (ĆwiÄta Lipka), Schellen (Ryn Reszelski) und Wilkendorf (Wilkowo).
Griechisch-katholische Kirche
In Reszel gibt es eine Pfarrei der griechisch-katholischen Kirche mit byzantinischer Tradition. Die Kirche ist die frĂŒhere Heilig-Kreuz-Kirche des Jesuitenklosters. Sie trĂ€gt seit 1963 den Namen âVerklĂ€rung des Herrnâ (polnisch Cerkiew greckokatolicka pw. Przemienienia PaĆskiego) und ist der Erzeparchie PrzemyĆl-Warschau zugeordnet.
Evangelische Kirche
KirchengebÀude
In den Jahren 1822 bis 1823 wurde der SĂŒdflĂŒgel der ehemaligen Burg der ermlĂ€ndischen Bischöfe nach den PlĂ€nen von Karl Friedrich Schinkel zur evangelischen Kirche umgestaltet.cite-ref-14[14] Die Einweihung fand am 18. Oktober 1823 statt. Der Turm befand sich ĂŒber dem zum Schlosshof fĂŒhrenden Portal an der Westseite. Die Glocken stammten aus dem Jahr 1869. Heute ist in der Kirche eine Galerie fĂŒr moderne Kunst untergebracht.cite-ref-ostpreussen517-15-0[15]
Kirchengemeinde
Eine evangelische Kirchengemeinde in RöĂel wurde 1821 unter König Friedrich Wilhelm III. gegrĂŒndet.cite-ref-hubatsch3-16-0[16] Davor waren die Kirchenglieder in RöĂel nach BĂ€slack (polnisch BezĆawki), Langheim (Ćankiejmy) und Gudnick (Gudniki) ausgerichtet oder wurden durch Feldprediger versorgt.cite-ref-moeller-17-0[17] In RöĂel wurde eine 1821 eine Pfarrstelle eingerichtet, deren Inhaber in den im OstflĂŒgel der Burg angelegten PfarrrĂ€umen wohnten.cite-ref-ostpreussen517-15-1[15]
Bis 1945 gehörte das Kirchspiel RöĂel, das im Jahre 1925 insgesamt 1660 Gemeindeglieder zĂ€hlte, zum Superintendenturbezirk Allenstein (polnisch Olsztyn) innerhalb des Kirchenkreises Ermland in der Kirchenprovinz OstpreuĂen der Kirche der AltpreuĂischen Union.cite-ref-hubatsch3-16-1[16] Der Pfarrei zugeordnet war seit 1903 eine Kapelle in Bischdorf (SÄ
topy-Samulewo).
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung trugen zum Erlöschen der evangelischen Kirche in RöĂel bei. Die hier lebenden Kirchenglieder gehören jetzt zur Johanneskirchengemeinde in KÄtrzyn (Rastenburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte (bis 1945)
| Deutscher Name | Polnischer Name | | Deutscher Name | Polnischer Name | | Deutscher Name | Polnischer Name |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Annahof | Mojkowo | | Labendzowo 1932â1945 Schwanau | ĆabÄdziewo | | Rosenorth | Koprzywnik |
| Atkamp | KÄpa Tolnicka | | Legienen | Leginy | | Samlack | SamĆawki |
| * Bischdorf | SÄ
topy-Samulewo | | Lindenberg | Lipowa GĂłra | | Santoppen | SÄ
topy |
| BurgmĂŒhle | Grodzki MĆyn | | Lindenthalkrug | Karczmarka | | Schwarzenberg | Carnowiec |
| Damerauwald | DÄbnik | | Molditten | MoĆdyty | | Schwedhöfen | ĆwidĂłwka |
| Groà Köllen | Kolno | | Niederhof | Nisko | | Siegmundsberg | Zygmuntowo |
| Groà Mönsdorf | Mnichowo | | Plönhöfen | Plenowo | | Soweiden | Zawidy |
| Hohenthal | Wysoczka | | PlöĂen | PleĆno | | Tollnigk | Tolniki MaĆe |
| Kabienen | Kabiny | | PlöĂenhof | PleĆnik | | Tarniny | Tornienen |
| Kattmedien | KocibĂłrz | | Quadrillen | Jarostowo | | * Truchsen | Troksy |
| Klawsdorf | Klewno | | Ramten | Ramty | | Waldau | WaĆdowo |
| Klein Mönsdorf | MnichĂłwko | | Rheindorfshof | WĂłlka RyĆska | | WeiĂensee | Biel |
| Komienen | Kominki | | Robawen 1938â1945 Robaben | Robawy | | * Worplack | WorpĆawki |
Pfarrer
An der Burgkirche in RöĂel amtierten bis 1945 die Geistlichencite-ref-moeller-17-1[17]:
âą Christian G. Presting, 1821â1842
âą Johann Friedrich RĂŒbsamen, 1842â1854
âą Anton Ludwig Lehmann, 1854â1868
âą Friedrich Wilhelm Emil Pauly, 1868â1888
âą August Borrmann, 1888â1903
âą Hans Boretius, 1903
âą Oskar Heinrich Raffel, 1903â1907
âą Johann Otto Guseck, 1907â1917
âą Bernhard Teicke, 1918â1928
âą Max Mehlfeld, 1928â1932
âą Gerhard Ebel, 1932â1945
âą Edgard Tietz, bis 1945
StÀdtepartnerschaften
âą Jaschuny, Litauen
âą Jemnice, Tschechien
âą Legden, Deutschland
âą Raabs an der Thaya, Ăsterreich
SehenswĂŒrdigkeiten
⹠Altstadt, die zu den am besten erhaltenen der Region zÀhlt
âą Katholische Kirche St. Peter und Paul (Ursprung 14. Jahrhundert)
⹠Jesuitenkollegium (17. Jahrhundert, spÀter erweitert)
âą Burg RöĂel, ehemalige Bischofsburg, 1350 bis 1401 im Stil der Backsteingotik errichtet, teilweise öffentlich zugĂ€nglich, teilweise Hotel
âą Rathaus (19. Jahrhundert)
âą Kloster (18. Jahrhundert)
âą Kirche Johannes des TĂ€ufers (18. Jahrhundert)
Bildung
In Rössel befand sich im 20. Jahrhundert u. a. auch die âKönigliche PrĂ€parandenanstaltâ, die seinerzeit (1905 bis 1911) vom spĂ€teren mehrfachen Weltrekordler im Segelflug, Ferdinand Schulz, besucht wurde.
RöĂel hatte eine höhere Schule; 1865 wurde das bisherige Progymnasium durch ministerielle VerfĂŒgung in ein Gymnasium umgewandelt.cite-ref-19[19] Die erste AbiturientenprĂŒfung fand 1867 statt.cite-ref-20[20] Als Gymnasialstadt kam RöĂel â so wie heute auch Reszel â eine besondere Bedeutung zu. Absolventen des RöĂeler Gymnasiums waren u. a.:
| Name, Lebensdaten | Beruf, Position, TĂ€tigkeit | Gymnasialzeit in RöĂel |
|---|---|---|
| Otto Friedrich von der Groeben (1657â1728) | Soldat, Forschungsreisender | 1666 bis 1673 |
| Heinrich Wilhelm von der Groeben (1657â1729) | MilitĂ€r | 1660er/1670er Jahre |
| Georg Heinrich Sappuhn (1659â1721) | evangelischer Theologe | 1660er/1670er Jahre |
| Karl Gottfried von Knobloch (1697â1764) | Generalmajor, Ritter des Pour le MĂ©rite | bis 1713 |
| Anton Eichhorn (1809â1869) | römisch-katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Kirchenrechtler | 1821 bis 1825 |
| Johann Hirschberg (1847â1910) | römisch-katholischer Pfarrer | 1858 bis 1867 |
| Valentin Barczewski (1856â1928) | römisch-katholischer Pfarrer, Mitglied des Provinziallandtags | 1870er Jahre |
| Kunibert Krix (1867â1931) | römisch-katholischer Pfarrer, Mitglied des Reichstags | bis 1887 |
| Wilhelm Ebel (1908â1980) | Rechtshistoriker | bis 1927 |
| Gerhard Fittkau (1912â2004) | römisch-katholischer Theologe, Buchautor, Publizist | 1910er/1920er Jahre |
Gemeinde
Die Stadt-und-Land-Gemeinde Reszel umfasst die Stadt selbst und 20 Dörfer mit SchulzenĂ€mtern, denen weitere Orte zugeordnet sind. Sie hat eine FlĂ€che von 179,2 kmÂČ, von der 71 % land- und 14 % forstwirtschaftlich genutzt werden.
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Hauptartikel
:
Gmina Reszel
Kirche
In der Stadt- und Landgemeinde Reszel gibt es keine evangelische Kirchengemeinde, wohl aber eine griechisch-katholische Pfarrei (Reszel) sowie drei römisch-katholische Pfarreien (Reszel, Leginy und ĆwiÄta Lipka). Reszel ist auĂerdem römisch-katholischer Dekanatssitz innerhalb des Erzbistums Ermland.
Verkehr
Durch das Gebiet der Gmina Reszel verlaufen vier WoiwodschaftsstraĂen:
âą die DW 590 in Nord-SĂŒd-Richtung (BarcianyâKorszeâReszelâBiskupiec, TeilstĂŒck der einstigen ReichsstraĂe 141),
Im Ăbrigen sind die Orte und Ortschaften der Gmina Reszel durch NebenstraĂen und Landwege gut vernetzt.
Der nĂ€chste internationale Flughafen ist Danzig. FĂŒr Einheimische kann auch Kaliningrad im ehemaligen Königsberg eine Option sein. Seit 2016 gibt es den Regionalflughafen Olsztyn-Mazury bei Olsztyn.
Noch bis in das beginnende 20. Jahrhundert hinein gab es im Gebiet der heutigen Gmina Reszel keine Anbindung an das Schienennetz. Das Ă€nderte sich erst im Jahre 1908, als die Bahnstrecke BischdorfâNeumĂŒhl (polnisch SÄ
topy-SamulewoâNowy MĆyn) gebaut wurde.cite-ref-21[21] Sie stellte den Anschluss an die Bahnstrecke ThornâInsterburg in Bischdorf (polnisch SÄ
topy-Samulewo) und an die Bahnstrecke BialystokâPreuĂisch Eylau bei Nowy MĆyn her. Bahnstationen waren die im heutigen Gemeindegebiet liegenden Orte Klewno (Klawsdorf), Pieckowo (Pötschendorf) und die Stadt Reszel (RöĂel).cite-ref-22[22]
Im Jahre 1945 wurde der Teilabschnitt RöĂelâNeumĂŒhl kriegsbedingt geschlossen und demontiert sowie 1989 der Streckenabschnitt SÄ
topy-SamulewoâReszel fĂŒr den Personenverkehr und 1995 auch fĂŒr den GĂŒterverkehr stillgelegt. Zwischen 2003 und 2006 versuchte man eine Reaktivierung, entschied sich jedoch im Juli 2006 fĂŒr die SchlieĂung der Strecke und die Demontage der Anlagen. Somit ist die Gmina Reszel heute vom Schienennetz abgekoppelt.
Persönlichkeiten
Geboren RöĂel / Reszel
âą Jodokus Willich (1501â1552), Mediziner
âą Albrecht Siegmund von Seeguth-StanisĆawski (1688â1768), sĂ€chsisch-preuĂischer Staatsmann
âą Julius Dinder (1830â1890), einziger deutschstĂ€mmiger Erzbischof von Gnesen-Posen
âą Bernhard Presting (1831â1908), ReligionspĂ€dagoge
âą Josef Fisahn (1850â1898), deutscher liberaler Redakteur und Politiker
âą Richard Hilbert (1852â1918), deutscher Augenarzt, MilitĂ€rarzt und Naturforscher
âą Ernst Klapp (1875â1955), deutscher Jurist und Landrat
âą Kurt Matern (1884â1968), Architekt und Kunstmaler
âą Martin A. Borrmann (1895â1974), Schriftsteller
âą Gerhard Witt (1912â1945), römisch-katholischer Geistlicher und MĂ€rtyrer
âą Karol Zalewski (* 1993), polnischer Sprinter
Mit dem Ort verbunden
âą Christoph Peucker (1662â1735), Bildhauer und Kunstschreiner, verstarb 1735 in RöĂel
âą Johann Christian Schmidt (1701â1759), Bildhauer, war ab den 1720er Jahren in RöĂel tĂ€tig und verstarb hier am 18. Mai 1759
âą Barbara Zdunk (1769â1811), vermeintliche Brandstifterin und Hexe, wurde in RöĂel zum Tode verurteilt
âą August Uedinck (1811â1868), Richter, Mitglied des Reichstages, war ab 1861 Kreisgerichtsdirektor in RöĂel
âą Rudolph Borowski (1812â1890), katholischer Pfarrer, Politiker, Mitglied des Reichstages, war von 1852 bis 1867 Erzpriester in RöĂel
âą Hans Dammann (1867â1942), Bildhauer, schuf das Kriegerdenkmal 1914/18 in RöĂel
âą Georg Matern (1870â1938), katholischer Geistlicher, Heimatforscher, Erzpriester in RöĂel 1916â1936
âą Teodor Majkowicz (1932â1998), polnischer ukrainisch-griechisch-katholischer Theologe, Bischof der Eparchie Breslau-Danzig, war von 1956 bis 1959 Schulleiter und Krankenhausseelsorger in Reszel.
âą Ferdinand Schulz, 1892â1929, mehrfacher Weltrekordler im Segelflugsport, war 1905â1911 SchĂŒler der Königlichen PrĂ€parandenanstalt
Literatur
âą RöĂel, Stadt, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz OstpreuĂen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von RöĂel (meyersgaz.org).
⹠Johann Friedrich Goldbeck: VolstÀndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 22.
âą August Eduard PreuĂ: PreuĂische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von PreuĂen. Ein Handbuch fĂŒr die Volksschullehrer der Provinz PreuĂen, so wie fĂŒr alle Freunde des Vaterlandes. GebrĂŒder BorntrĂ€ger, Königsberg 1835, S. 509â102, Nr. 102.
âą Jacob Aloys Lilienthal: Die Erweiterung des Kgl. Progymnasiums zu Rössel zu einem Gymnasium. In: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands. FĂŒnfter Band. 13.â16. Heft. Jahrgang 1870, 1871, 1873, 1874, Verlag Eduard Peter, Braunsberg und Leipzig 1874, S. 495â509 (Google Books).
âą Erwin Poschmann, Der Kreis RöĂel, ein ostpreuĂisches Heimatbuch, herausgegeben vom Heimatbund des Kreises RöĂel, 3. Auflage, Kaltenkirchen/Holstein 1991
Weblinks
Commons
: Reszel
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Offizielle Website der Stadt (polnisch)
âą Website ĂŒber Reszel (polnisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung fĂŒr Ostdeutschland - Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 115
cite-note-97-90-22. â Erwin Poschmann: Der Kreis RöĂel. Ein ostpreuĂisches Heimatbuch. 3. Auflage. Heimatbund des Kreises RöĂel, Kaltenkirchen/Holstein 1991
cite-note-33. â GĂŒnter Böddeker: Die FlĂŒchtlinge. Die Vertreibung der Deutschen im Osten. 3. Auflage. Berlin/Wien 1997, S. 43.
cite-note-41. Johann Friedrich Goldbeck: VolstÀndige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 22.
cite-note-aam-52. Alexander August MĂŒtzell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: TâZ, Halle 1823, S. 362â363, Ziffer 596.
cite-note-63. August Eduard PreuĂ: PreuĂische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von PreuĂen. Ein Handbuch fĂŒr die Volksschullehrer der Provinz PreuĂen, so wie fĂŒr alle Freunde des Vaterlandes. GebrĂŒder BorntrĂ€ger, Königsberg 1835, S. 509â102, Nr. 102.
cite-note-mr-74. Michael Rademacher: OstpreuĂen â Kreis Rössel. Online-Material zur Dissertation, OsnabrĂŒck 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
cite-note-meyers-gaz-85. RöĂel, Stadt, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz OstpreuĂen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von RöĂel (meyersgaz.org).
cite-note-96. Landkreis Rössel, in: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 (U. Schubert, 17.09.2022).
cite-note-107. Reszel w liczbach
cite-note-wiki1-1111. â RöĂel, St. Peter und Paul, bei GenWiki
cite-note-ostpreussen518-1212. â Pfarrkirche St. Peter und Paul bei ostpreussen.net
cite-note-1313. â Dekanat RöĂel bei GenWiki
cite-note-1414. â Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche OstpreuĂens. Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 118, Abb. 535
cite-note-ostpreussen517-1515. â Die Burg bei ostpreussen.net
cite-note-hubatsch3-1616. â Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche OstpreuĂens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 490
cite-note-moeller-1717. â Friedwald Moeller, AltpreuĂisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1968. Hamburg 1968, S. 122
cite-note-1818. â Der * kennzeichnet einen Schulort
cite-note-1919. â Jacob Aloys Lilienthal: Die Erweiterung des Kgl. Progymnasiums zu Rössel zu einem Gymnasium. In: Zeitschrift fĂŒr die Geschichte und Alterthumskunde Ermlands. FĂŒnfter Band. 13.â16. Heft. Jahrgang 1870, 1871, 1873, 1874, Verlag Eduard Peter, Braunsberg und Leipzig 1874, S. 495â509 (Google Books).
cite-note-2020. â L. Wiese, Das höhere Schulwesen in PreuĂen. Historisch-statistische Darstellung, Band II: 1864â1868, Berlin, 1869, S. 94
cite-note-2121. â Bahnstrecke SÄ
topy SamulewoâReszelâNowy MĆyn bei Ogolnopolska Baza Kolejowa
cite-note-2222. â Deutsche Reichsbahn. Oberbetriebsleitung Ost Berlin, Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichsbahn-KursbĂŒcher, Ausgabe vom 21. Januar 1940, Strecke 117m